Geschwindners Jungs

Dirk Nowitzki spielte einmal in der jüngsten, schnellsten und unkonventionellsten Mannschaft, die Basketballdeutschland je gesehen hatte: die jungen Wilden aus Würzburg. Was hat diese Jungs so besonders gemacht? Johannes Herber hat Holger Geschwindners Trainingsgruppe für FORTYONE besucht.

»Bamberg, Moosstraße. Durch ein grünes Stahltor kommt man auf einen geteerten Hof, rechts die alte Blechhalle, ehemaliges Bierlager. Training ist erst um 11 wegen der Ministranten. Jeder darf kommen.« Ich hatte Docs SMS beim Wort genommen und mich auf den Weg gemacht. Sonntagfrüh, die A9 von Berlin nach Bamberg, vorbei an Leipzig, an Leuna, vorbei an Lederhose. Es ist kurz vor sieben, die Straße leer, aber die Sonne knallt bereits auf den Asphalt.

Vier Stunden später sitze ich auf einer Bank am Spielfeldrand, um mich herum Rucksäcke, Baseballmützen und Wasserflaschen. Etwas abseits, am Ende der Bank: ein verknäultes Holzfällerhemd und eine ausgebeulte Jeans. Daneben Holger Geschwindners berühmter Lederbeutel.

Sein Besitzer steht – die Beine leicht gespreizt, die Arme locker baumelnd – am Zonenrand und beobachtet seine Jungs. Draußen sind es 38 Grad, in der Halle ist es kaum kühler, aber Hotsch trägt eine lange, dunkelgraue Jogginghose und ein dunkelgrünes Longsleeve, dazu braune Halbschuhe aus Leder. Er wirkt wie eigentlich immer, wenn ich ihm begegne: entspannt und konzentriert zugleich.

Seine Kommandos gibt er leise, von außen kaum vernehmbar, für Korrekturen reichen ihm Gesten. Ein Fingerzeig, eine Körperdrehung, ein Nicken mit dem Kopf. Und die Jungs gehorchen, so prompt und so genau, dass es gespenstisch wirken könnte, wäre die Stimmung nicht so ausgelassen, würde hier nicht so viel gealbert und gelacht.

»Es kann schon eine Weile dauern«, sagt der Doc und zeigt auf einen Jungen, der gerade den Ball um die Hüften führt, während sein Körper eine Pirouette dreht, »bis man versteht, wie das alles einen Sinn ergibt.«

Thomas Neundorfer und Holger Geschwindner © Alfred Weinkauf/Sportpress Bamberg

Zwei Wochen zuvor hatte ich den Doc zufällig in Berlin getroffen. Ich hatte ihm von meinem Plan erzählt: ein Text über Hotschs allererste Trainingsgruppe, über Marvin und Robse, Demond und Boniface Nʼdong. Die Spieler, die gemeinsam mit Dirk Nowitzki in Würzburg, Bamberg und Rattelsdorf trainiert hatten, die weniger Talent und weniger Erfolg hatten als er, deren Lebensläufe aber nicht weniger interessant waren. Ich wollte wissen, woran sie sich erinnern und welche Spuren die Arbeit mit Hotsch bei ihnen hinterlassen hat. Und was davon geblieben ist.

Der Doc ist der perfekte Begleiter für diese Geschichte: Mittelsmann und Übersetzer, Analyst und Faktenchecker. Thomas »Doc« Neundorfer und Holger Geschwindner sind sich 1996 in einer Bamberger Kneipe begegnet, keine halbe Stunde später hatte Hotsch den Doc überredet, die medizinische Betreuung für sein Camp am Starnberger See zu übernehmen. Seitdem ist der Doc immer dabei. Er wickelt Eisbeutel um Sprunggelenke und verabreicht Ibuprofen, massiert Waden und renkt Wirbel ein. Er hat mit Dirk und Robse für ihre Abiturprüfungen gelernt und Boniface in seinem Haus in Rattelsdorf beherbergt. Wenn Marvin im Training den Kopf hängen ließ, hat er ihn beiseitegenommen und aufgemuntert. Ich selbst habe den Doc als Mannschaftsarzt der Nationalmannschaft kennengelernt. Auf den Reisen haben wir uns die SZ geteilt – oder welches halbwegs vernünftige Blatt auch immer gerade greifbar war.

»Es kann eine Weile dauern, bis man versteht, wie das alles einen Sinn ergibt.«

»Komm vorbei.« Robse war der Erste, der mir antwortete.

»Wann?«

»Egal, wann. Ich hab Zeit. Ich bin Surfer.«

Wieder morgens, wieder Hitze, wieder Autobahn. Der nächste Trip, diesmal nach Norden, A19, immer geradeaus bis zum Meer. Der Zingst liegt zwischen Rostock und Stralsund, ein schmaler Landstrich, der die Ostsee vom Darßer Bodden trennt. Reetdächer, Dünen, weißer Pulversand. Das Meer so blau, dass es wehtut.

»Wenn mir früher einer gesagt hätte, ich würde mir mal einen Bus kaufen und darin leben, den hätte ich für einen Spinner gehalten.« Manchmal kann Robert Garrett selbst nicht glauben, wie sehr sich sein Leben verändert hat. Als Basketballspieler hat Robse beinahe alles erreicht: drei deutsche Meistertitel, Silber bei der EM 2005, die Olympia-Teilnahme 2008. Als er vor acht Jahren zum ersten Mal an die Ostsee kam, dachte er eigentlich nicht ans Aufhören. In Zingst wollte er nur ein bisschen kiten, den Kopf freikriegen nach der langen Saison. Dass er blieb, hatte vor allem mit einer Sache zu tun: Freiheit. »Ich alter Sack«, habe er sich damals gedacht, als er die Reisestorys seiner Surfkollegen hörte. »Ich bin 32 und kenne ein paar Hallen und ein paar Flughäfen. Sonst nix.« Das Reisen hat Robse inzwischen nachgeholt. »Ich kann tun und lassen, was ich will«, sagt er, »das bedeutet für mich Lebensqualität.«

Wir sitzen in seinem Bus, einem nigelnagelneuen Sprinter, schwarzer Lack, beiges Interieur. Es gibt fließendes Wasser und auf dem Dach sind Solarzellen montiert. »Komplett autark«, sagt Robse, und für einen Moment bin ich nicht sicher, wen er meint – den Bus oder sich selbst.

Robert Garrett und Holger Geschwindner © Camera4

Es war im Sommer 2004, als ich Robert Garrett kennenlernte. Die Nationalmannschaft traf sich zum Auftaktlehrgang in Trier. In meiner Erinnerung ist alles sehr schick: die Hotelzimmer, die Trainingsklamotten, die Sonnenbrillen, die meine neuen Teamkollegen trugen. Nowitzki, Femerling, Okulaja, Pešić, Arigbabu, Roller, Demirel, Garris. Die meisten von ihnen kannte ich nur aus dem Fernsehen. Ihren größten Erfolg – Bronze bei der WM 2002 – hatte ich live am Bildschirm mitverfolgt. Robert Garrett war damals nicht dabei gewesen, der damalige Coach Henrik Dettmann hatte ihn nicht berücksichtigt. Aber ich wusste, wer er war: der beste deutsche Scorer der Liga – und zwar seit einigen Jahren. Gerade hatte Garrett die Frankfurt Skyliners zur deutschen Meisterschaft geschossen. Im entscheidenden Finalspiel gegen Bamberg hatte er 22 Punkte in 22 Minuten erzielt.

Wenn die Trainer ihn ließen, punktete Garrett wie eine Maschine. Sprungwürfe aus dem Lauf und aus dem Dribbling, Dreier aus der Drehung, Dreier ansatzlos. Wenn er im Fastbreak Fahrt aufnahm, konnte ihn keiner stoppen. Garrett war Wucht und Explosion und Feingefühl.

In Trier wie auch bei allen späteren Lehrgängen fiel Robse vor allem dadurch auf, dass er nicht auffiel. Wenn sich Nowitzki und Pešić beim Frühstück Sprüche drückten, Femerling und Demirel im Bus krakeelten, Garris und Okulaja sich in der Kabine balgten, blieb Robse eher im Hintergrund. Er war weder schüchtern noch ein Außenseiter. Bloß: Das Gerangel um Aufmerksamkeit schien ihn einfach nicht zu interessieren. Doch sobald die Testspiele begannen, änderte sich das. Wenn die Scheinwerfer angingen und der Ref zum Sprungball pfiff, war auf einmal alles da – die Explosivität, die Präzision, die ungeheure Kraft, mit der Robse den Korb attackierte.

»Einsatz und Ertrag müssen ins rechte Verhältnis gebracht werden«, schreibt Hotsch in seinem Buch Nowitzki. Die Geschichte. Und weiter: »Das Motto lautet deshalb: Nur so viel Kraft wie nötig.«

Daher weht der Wind.

»Der spielt besser als ich, dem höre ich zu.«

Robse war 17, als er Hotsch zum ersten Mal traf. Ein älterer Mann, der ihm anbot, am Seitenkorb ein paar Würfe zu trainieren. Robse wusste nichts über ihn, nichts von Meistertiteln oder Korbjägerkronen, nichts von Hotschs Olympia-Teilnahme. Aber einmal hatte Robse Hotsch zufällig spielen sehen, als er für Eggolsheim die Defense des TV Ansbach zerlegt hatte. »Der spielt besser als ich«, schoss es ihm damals durch den Kopf. »Dem hör ich zu.«

Von nun an übten sie gemeinsam, Hotsch, Dirk und Robse, am Seitenkorb der Würzburger Carl-Diem-Halle, während die erste Herrenmannschaft ihre Systeme lief. Drei, manchmal vier Einheiten pro Woche: »Linker Löffel, rechter Löffel, hundert Korbleger links, hundert Korbleger rechts, Wickel, Hasenhüpfer, alles, was wehtut.« Es ging um die Grundlagen, das »Handwerkszeug«, das jeder Basketballer beherrschen muss. Es ging um die perfekte Stellung des Ellenbogens, die richtige Beugung der Knie und das blitzschnelle »Laden« des Balles zum Wurf. Es ging aber auch um Atmung. »Du brauchst eine Melodie im Kopf«, habe Hotsch ihm erklärt, als Robse sich wunderte, dass der Alte »rannte wie ein Hase«, während er selbst nach jedem Sprint nach Luft japste. Eine Melodie also. »Ba-buff, Ba-buff, Ba-buff.«

Ohnehin: Musik spielt für Hotsch eine große Rolle. Basketball muss getanzt werden, muss fließen, muss Raum bieten für Improvisation. Basketball braucht Rhythmus.

»BBall is Jazz.«

Die Analogie zwischen Basketball und Jazz, schreibt Hotsch in seinem Buch, habe ihn schon immer fasziniert. Ein Basketballteam gleiche einer Jazzband: »Jeder lauert auf sein Solo im Mannschaftsgefüge.« Im Wechselspiel zwischen Grundstruktur und Improvisation seien Fehler erlaubt. Erst auf ihrer Basis könne Neues und Kreatives entstehen. So weit die Theorie. Und Hotsch wäre nicht Hotsch, hätte er dafür keine praktische Anwendung gefunden.

Gruppenbild in Starnberg © Robert Garrett

Als er 1997 das erste Sommercamp in Starnberg organisierte, lud er seinen alten Freund und Mitspieler ein, den Saxofonisten Ernie Butler. Ernie und Hotsch teilten die Liebe zum Spiel und zur Musik, sie hatten sich schon häufig über die Parallelen zwischen den beiden Welten ausgetauscht. In Starnberg habe Ernie den Jungs gezeigt, schreibt Hotsch, dass jeder Basketballmove auch rhythmisch ausgeführt werden könne. So legten sie los. Ernie blies das Saxofon, und die Jungs bewegten sich zu seiner Musik.

Am elegantesten dabei: Demond Greene. Sagt der Doc. Demond Greene hatte Groove, auch wenn er erst spät zum Basketball gekommen war. Bis 1995 war er Leichtathlet gewesen, Bayerischer Meister im Weitsprung und im Sprint. Ich erreiche ihn in seiner Münchner Wohnung, wo er mit seiner Frau und den zwei Kindern lebt. Der FC Bayern ist Demonds letzte Profi-Station gewesen, mit dem Gewinn seiner ersten Meisterschaft hat er 2014 seine Karriere hier beendet. Für den FCB arbeitet er immer noch, als Co-Trainer der zweiten Mannschaft und als Headcoach des Jugendteams in der NBBL.

Nach München ist er 2010 gekommen, damals spielten die Bayern noch in der Pro A. Dass Demonds Einsatz ein Grund dafür ist, dass das Team nun schon in der EuroLeague glänzen konnte, weiß der Verein selbst am besten. Sein Trikot mit der Nummer 24 hängt im Audi Dome unter dem Hallendach.

In der Saison 2006/07 haben Demond und ich ein Jahr lang gemeinsam in Berlin gespielt. Es war Demonds Ruhe, die mich am meisten beeindruckte. Auch in engen Spielsituationen schien er nie die Kontrolle zu verlieren, seine Wurfbewegung blieb immer gleich. Er verletzte sich schwer in dieser Saison, ein Wadenbruch mit Riss des Syndesmosebands. Eine Verletzung, die andere die Karriere kostet. Neben der Olympia-Teilnahme und dem EM-Silber in 2005 sei es sein größter Erfolg gewesen, sich von diesem Rückschlag erholt zu haben, sagt er.

Als er 1997 in Würzburg zum Probetraining erschienen sei, erzählt Demond, sei er noch ganz Leichtathlet gewesen. Er habe nur rennen und springen können, aber Hotsch habe mehr in ihm gesehen. Viele Bewegungen seien neu für ihn gewesen, sagt er, besonders die langen Ausfallschritte, die für tagelangen Muskelkater gesorgt hätten. »Den Demond«, sagt Hotsch später, »mussten wir erst mal auseinanderbiegen, so viel Kraft hatte er.« Auch an seiner Technik müssen sie feilen: »Astronom« nennt der Coach den Neuen, weil Demond beim Wurf dem Ball hinterherschaut, anstatt den Ring als Ziel im Auge zu behalten.

Anders als Robse und Dirk, die inzwischen in der Sportfördergruppe der Bundeswehr sind und deshalb auch vormittags mit Hotsch trainieren, ist Demond durch seine Ausbildung zum Industriemechaniker gebunden. Bis 16 Uhr malocht er im Betrieb, danach hastet er zum Mannschaftstraining. Die Einheiten mit Hotsch quetscht er in jede Lücke, die sein eng gesteckter Zeitplan zulässt. Und weil Demond Greene lieber trainiert, als in der Fabrik zu buckeln, macht er ab und zu blau. Seine Noten leiden, er fehlt bei der Arbeit und im Unterricht. Kurz darauf nimmt Hotsch ihn vor der Halle zur Seite. Sie gehen ein paar Schritte, dann stehen sie vor Hotschs Kombi. Der Trainer öffnet den Kofferraum. Darin: ein Paket von Nike – pickepackevoll mit Winterjacken, Sweatshirts, Schuhen, Socken. Cool, denkt Demond. Sehr cool! Kawumm – die Kofferraumklappe der E-Klasse schlägt zu.

»Erzähl mal«, sagt Hotsch, »wie läuft’s denn so mit der Ausbildung?« Demond beichtet. Hotsch suspendiert ihn für ein Spiel, das Paket behält er im Kofferraum.

»Physik, Philosophie, Gehirnforschung. Abgefahrenes Zeug.«

»Holger Geschwindner ist Mentor und persönlicher Trainer von Dirk Nowitzki«, steht in der Klappe seines Buchs. Und Mentor, sagt Demond Greene, sei er auch für ihn gewesen, das treffe es am besten. Hotsch sei kein Typ, der bloß in die Halle komme, Training abhalte und dann wieder gehe. Nein, Hotsch ist der Typ, der den Kofferraum zuschlägt, aber Demond natürlich die Kiste übergibt, als seine Noten sich gebessert haben.

Der Trainer lehrt das Spiel, der Mentor das Spiel des Lebens.

Da sind die Bücher, die Hotsch den Jungs in die Sporttaschen steckt: Physik, Philosophie, Gehirnforschung. Abgefahrenes Zeug. Sie erinnern sich, dass er sie drängte, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen – Hauptsache, kein Basketball. Wenn nicht Literatur, dann eben Musik. Dirk spielte Saxofon, Robse Gitarre. Demond hatte Groove, er legte auf Partys die Platten auf. Marvin Willoughby rappte.

Nächste Station: Hamburg-Wilhelmsburg. Die Geschäftsstelle der Hamburg Towers befindet sich im ersten Stock eines grünen Neubaus. Sportchef Marvin Willoughby, Jeans, graues T-Shirt, weiße Air Force Ones, ist fast vierzig, aber beide Jobs – Basketballspieler und MC – würde man ihm immer noch zutrauen. Oder anders: Man traut Marvin beinahe alles zu. Im besten Sinne. Der Doc hätte ihn am liebsten als Anwalt gesehen. Er ist strikt dagegen gewesen, dass Marvin sein Jurastudium nach vier Semestern wieder aufgab.

Geschwindners Jungs, 2001 © Camera4

Marvin war der Erste aus der Trainingsgruppe, der seine Karriere beendete. Eine Knöchelverletzung, die Ärzte sahen keine andere Lösung. Marvin war 27 und orientierungslos. In dieser Phase, erzählt er, sei die Beziehung zu Hotsch intensiver geworden. Sein Projekt, den Verein »Sport ohne Grenzen«, mit dem Marvin Sport und Sozialarbeit in Wilhelmsburg verbindet, hat Hotsch von Beginn an begleitet. Mal als Impulsgeber und Vermittler, mal als Besserwisser. »Als Mentor.« Wieder dieses Wort. Aber einer, der keine Antworten gebe, sondern Gegenfragen stelle. Den eigenen Weg, sagt Marvin, müsse man am Ende selbst finden. An Ja-Sagern habe Hotsch kein Interesse.

Inzwischen leitet Marvin Kurse in Schulen, trainiert Jugendmannschaften und managt das Profi-Team der Towers. Die Hamburger Morgenpost nannte ihn »den bekanntesten und beliebtesten Einwohner« Wilhelmsburgs. Wenige Wochen nach unserem Gespräch bekam Marvin den Bundesverdienstorden verliehen.

Marvin ist 14, als er zum Basketball kommt. Er ist schon damals groß und athletisch, man erkennt sofort sein Talent. Obwohl er zwei Jahre in Amerika auf der Highschool verbringt, wird er in Deutschland umworben. Dirk Bauermann, damals noch Trainer in Leverkusen, ruft persönlich in Florida an. Er habe da gerade am Pool gelegen, erzählt Marvin, und nicht wirklich kapiert, was so ein Anruf bedeute. Es wird nichts draus. Nach seiner Rückkehr beginnt Marvins Karriere in der zweiten Liga Nord beim SC Rist Wedel.

Zur gleichen Zeit trägt Hotschs Arbeit in Würzburg Früchte. In der Saison 1997/98 steigt die DJK Würzburg in die erste Bundesliga auf. Marvin verfolgt den Würzburger Erfolg genau. Jede Woche, sagt er, habe er die Verbandszeitung Basketball aufgeschlagen. Der erste Blick: die Statistik des Würzburger Teams. »Nowitzki 30, Nowitzki 35, Nowitzki 40.« Marvin hatte Dirk bei den Lehrgängen der U18-Nationalmannschaft kennengelernt. Sie freundeten sich an, und irgendwann lud Dirk ihn nach Würzburg ein. Marvin traf Hotsch, sie redeten, und die Sache nahm ihren Lauf. Spielen oder Geld verdienen? So hatte Hotsch es präsentiert: Minuten oder Moneten. Marvin hatte nicht gezögert. Ums Geld sei es ihm nie gegangen, nur darum, mit Kumpels Basketball zu spielen. Und plötzlich wohnt er sogar mit ihnen zusammen, mit Robse und Demond, im Würzburger Sportinternat. Jeder eine eigene Bude – Bad, Küche und Wohnzimmer werden geteilt.

Minuten oder Moneten

Es folgte eine Zeit, von der die Menschen in Würzburg noch heute schwärmen. Robse, Marvin, Demond, Dirk. Geschwindners »junge Wilde« sind das Team der Stunde. Sie rennen, rennen, rennen. Wer den Ball hat, wirft ihn drauf. Ein Höllentempo, wie es die Bundesliga noch nie gesehen hat. In Weißenfels hängen sie engere Netze auf, um das Würzburger Spiel ein wenig zu verschleppen. Als Hotsch mit der Schere angerückt sei, erinnert sich Marvin, sei es zum Tumult gekommen.

Weil Hotsch keine Trainerlizenz besitzt, coacht Klaus Pernecker das Team. Aber natürlich ist Hotsch dabei und bleibt der wichtigste Stichwortgeber: »Nur wer schießt, kommt in die Zeitung.« Es sind Sätze wie dieser, an denen sich seine Kritiker reiben. Er animiere die Spieler zu Alleingängen, Wildwest-Basketball sei das Resultat. Geschwindners Jungs gelten lange Zeit als Egozocker.

Marvin Willoughby gegen Alba Berlin, 2000 © Camera4

»Where do you have your confidence from?«, habe Saša Obradović, Marvins Teamkollege in Köln, einmal gebrüllt, als Marvin den Ball lautstark gefordert habe. Selbstvertrauen hatten sie alle – und ein Kurzzeitgedächtnis. »Short-term memory«, sagt Robse, der am häufigsten mit dem Vorwurf des Egoisten konfrontiert wurde. Fehlwurf? Egal, weiter, die nächste Gelegenheit kommt sofort. »Das war mein Spiel, das haben wir bei Hotsch so kennengelernt.«

»Es gibt keine gute Verteidigung, nur schlechten Angriff.« Noch so ein Geschwindner-Satz, der in der deutschen Basketballgemeinde für Kopfschütteln sorgte. Man darf nicht vergessen: Damals war Dirk noch kein NBA All-Star, sondern, wie Marvin sagt, bloß »ein Großer, der werfen konnte«. Und Holger Geschwindner war ein Kauz im Karohemd, der mit ihnen Handstand übte und rudern ging.

»Was ist denn das für ein Unfug?«, dachte auch Nachwuchsbundestrainer Kay Blümel, als er Geschwindners Übungen zum ersten Mal sah. Verwirrt stand er am Rand der Starnberger Turnhalle: die langen Hüpfer, die Ausfallschritte, die verrückten Pirouetten. Sprungwürfe mit links! Seit 1999 ist Blümel beim Deutschen Basketball Bund. Der Verband hat ihn ausgebildet, heute referiert er selbst auf Trainerlehrgängen. Ich erreiche ihn im Auto, als Auswahltrainer des DBB ist er viel unterwegs, pendelt zwischen den verschiedenen Stützpunkten. Einzeltraining hier, Gespräch mit den Eltern dort.

Völlig anders seien Geschwindners Ansätze gewesen, sagt Blümel, komisch für einen wie ihn, der die normale Basketballschule durchlaufen habe. Nichtsdestotrotz: Je öfter er Hotsch begegnete und je versierter dessen Spieler wurden, desto mehr wich Blümels »leicht ablehnende Haltung« einer professionellen Neugier.

Er habe begonnen, genauer hinzuschauen, sagt er, und dabei einiges entdeckt, das durchaus Sinn ergebe. Die Übungen für die Balance zum Beispiel oder Holgers Betonung des Rhythmus. Einige Elemente hat Blümel mittlerweile in sein Training integriert: den Auftaktschritt im rechten Winkel, die tiefe Kniebeuge vor dem Wurf, das Abrollen über die Ferse.

Ob Holger nach Dirks Erfolgen nun unantastbar sei, frage ich. Es gebe sicherlich immer noch Kollegen, sagt er, die Geschwindners Arbeit für einen Glückstreffer halten. Die glaubten, dass Dirks Talent ausgereicht hätte, dass er auch ohne Holger ein Superstar geworden wäre und dass keiner der anderen – weder Willoughby noch Greene noch Garrett noch irgendein anderer Spieler, der je unter Geschwindner trainierte – auch nur annähernd an Dirks Klasse herangereicht habe. Fachliche Kritik und Neid, räumt Blümel ein, lägen dabei nah beieinander. Geschwindners Ansehen im Ausland, wo er als »shooting doctor« gelte, sei sicherlich besser als hierzulande, was aber auch daran liege, dass man sich dort nicht mit seiner unbequemen Systemkritik auseinandersetzen müsse.

»Dein Wurf ist eine Katastrophe.« Im Besprechungsraum der Towers lacht Marvin, als er sich an einen von Holgers ersten Sätzen erinnert. Er solle es mal mit der linken Hand probieren, habe ihm Hotsch zu Beginn geraten, da sehe seine Wurfbewegung erträglicher aus. Marvin brauchte eine Weile, bis er lernte, mit Hotschs »harter Kante« umzugehen. Er war weniger talentiert, weniger treffsicher, weniger umworben als Dirk, und manchmal fragte er sich, ob er die beiden beim Training nicht störe. Ob Hotsch überhaupt mit ihm arbeiten wolle, ob er dem Trainer nicht völlig egal sei. Denn Sympathie sei aus Hotschs Verhalten nicht herauszulesen gewesen. Es habe drei Jahre gedauert, sagt Marvin, bis er verstanden habe, dass Hotsch ihn tatsächlich möge.

Hotschs direkte, bisweilen schroffe Art mag auch ein Grund dafür sein, dass ihm der Ruf des Spinners erhalten geblieben ist. Denn Marvin war nicht der Einzige, dem Hotsch seine Meinung an den Kopf knallte: »Dir fehlt jegliches Handwerkszeug«, ließ er auch mich bei unserem ersten Training wissen. Irgendwann nach dem Training, ich warf noch ein wenig allein auf den Korb, stand Hotsch auf einmal vor mir. Jeans, Karohemd, Hände wie Schaufeln, hessischer Tonfall, das volle Programm. Ich weiß noch, dass mir etwas mulmig wurde. »Bei deiner Größe«, sagte er zu mir, »musstese blauäugisch schieße, anners geht’s net.« Danach zerlegte er meine Wurfbewegung in ihre Einzelteile. Da laufe beinahe alles falsch, von den Fersen bis hoch in die Fingerspitzen, und die Atmung erst, die stimme auch ganz und gar nicht.

Abends im Hotelzimmer notierte ich mir seine Tipps. Darunter schrieb ich etwas beleidigt: »G. glaubt, er habe das Spiel erfunden.«

Sein Urteil hatte mich getroffen. »Dir fehlt jegliches Handwerkszeug.« Ein Satz wie ein Test. Eine Herausforderung. Ich begriff: Wer mit Holger Geschwindner trainiert, braucht Mut. Den Mut, alles Gelernte zu vergessen. Oder, wie Hotsch sagen würde, alles zu geben, was man noch nie gekonnt hat.

Alles geben, was man noch nie gekonnt hat.

In der Bamberger BasKIDhall ist das Training in vollem Gange. Die Spieler kreuzen die Beine und drehen Pirouetten, sie hüpfen und federn und landen im Spagat. Sie vermessen das Feld mit ausladenden Schritten. Der Ball wandert um ihre Hüften, rollt weich über die Fingerspitzen, wird serviert wie auf einem Tablett. Alles hier hat Rhythmus, alles hat Fluss. Eigentlich fehlt nur noch die Musik.

Training während der EM in Serbien und Montenegro, 2005 © Camera4

»Gut getanzt ist gut gespielt«, schreibt Hotsch. »Der Spieler muss kontrolliert seine Tanzschritte können.«

Jetzt die Kür: Die Jungs hüpfen synchron in Dreierreihen – Beine gespreizt, Beine zusammen, Ball rechts, Ball links, einmal um die Achse gedreht, Wurf. »Tor!«, schreit Hotsch. Es ist das erste Mal, dass er die Stimme hebt.

Der Doc deutet auf den Schützen, Nils Haßfurther, einen 17-jährigen Guard, der mittlerweile schon seit fünf Jahren mit Holger trainiert. Langweilig werde es mit ihm nie, sagt Haßfurther. Immer wieder denke sich der Coach etwas Neues aus – neue Übungen, neue Rituale. Zum Beispiel den Fußgruß. Weil man die Hände zum Werfen braucht, begrüßt Hotsch seine Schüler mit den Füßen. Erst rechts, dann links. Überkreuz tippen die Schuhe aneinander. Eine Mischung aus Schuhplattler und Kriegstanz. Das Lachen kommt von ganz allein.

»Er schimpft nicht, er brüllt nicht«, sagt der Doc, »bei Holger wird immer gelacht.« Über Hotschs eigenen Förderer Theo Clausen heißt es, er sei ein so beliebter und erfolgreicher Pädagoge gewesen, weil er nie vergessen habe, was Kinder begeistere. Weil ein Teil von ihm immer Kind geblieben sei. Ist das der Grund, warum die Jungs Geschwindner zuhören? Nicht nur die Jungs, sagt Marvin, sogar die Amis hätten bei Hotsch immer gespurt. Er habe einfach eine natürliche Autorität.

»Intelligent Basketball Teaching«

Robert Duke wäre diese Erklärung zu einfach. Duke ist der Autor von Intelligent Music Teaching, einem Buch, das mir Marvin empfahl. Er hasse Lesen, sagte er, aber es gebe da dieses eine Buch, einen schmalen Band kurzer Essays, den habe er zehnmal durchgelesen und etliche Male quer. Der Tipp sei von Hotsch gekommen. Trocken und unkommentiert. »Besorg dir das mal.« Effektive Lehre gelte vielen als Kunst, schreibt Duke, und dabei würden sie es belassen, weil sie zu komplex sei, zu abhängig von kaum sichtbaren Nuancen zwischenmenschlichen Miteinanders.

Robert Duke ist Musikprofessor, aber seine Gedanken zur Lehrmethodik lassen sich mühelos auf andere Felder übertragen. Der Kern intelligenter Lehre besteht für Duke in der systematischen Anordnung von Lernerfahrungen. Dabei müsse es sich primär um Handlungserfahrungen drehen. Man könne die Fähigkeiten der Schüler nicht herbeireden, schreibt er, es gehe immer um das, was man tatsächlich üben lasse. Bei Hotsch heißt das übersetzt: »Nicht gackern, sondern Eier legen.«

Klangvoll musizieren ist – ebenso wie genial Basketball spielen –eine Fähigkeit, die sich aus unzähligen spezifischeren Fertigkeiten zusammensetzt. Ein gelungener Wurf zum Beispiel erfordert das Zusammenspiel vieler kleiner Bewegungen, beginnend mit dem Abrollen der Fersen bis hin zum letzten Ballkontakt mit den Fingerspitzen. Ein Lehrer muss jede einzelne dieser Bewegungen durch Übungen gezielt vermitteln können. Das klappe aber nur, argumentiert Duke, wenn man es schaffe, die einzelnen Komponenten auch präzise zu benennen.

Jeder, der einmal mit Hotsch trainiert hat, schwärmt von seiner Detailgenauigkeit, von seiner Gabe, jeden Basketballmove zu sezieren und die nötigen Korrekturen anzubringen. Seine bildhafte Sprache spielt dabei eine wichtige Rolle. Bei Hotsch wird der Ball geladen und gelöffelt, gewickelt und auf Gleisen geführt. Der Ellenbogen fungiert als Zielfernrohr, die Atmung funktioniert wie eine Luftpumpe. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum Hotsch nie schreit. Seine Metaphern sind laut genug.

Duke schreibt über Zielsetzung und Lernsequenzen, über Gewohnheiten und darüber, wie man diese am besten ausbildet. Über die Notwendigkeit von Prüfungen und den Mut zu Fehlern. Wer Duke liest, kommt Hotsch näher. Marvin hatte recht.

Der Trainer lehrt das Spiel, der Mentor das Leben.

Doc Neundorfers Haus in Rattelsdorf grenzt an ein Kornfeld. Der Garten ist so groß wie ein Basketballfeld, aber wir haben uns in eine Ecke verzogen. Ein runder Gartentisch, winzige Klappstühle. Mir gegenüber sitzt Boniface Nʼdong und wischt sich den Schweiß von der Stirn. »Alles, was ich erreicht habe«, sagt er, ohne dass ich fragen muss, »verdanke ich Holger.«

Für mich war es ein glücklicher Zufall. Auch Boni würde nach Bamberg kommen, hatte der Doc gesagt, um etwas mit Hotsch zu bereden. Zeit für ein Interview? Ja, die bleibe bestimmt. Als Boniface Nʼdong die Halle betrat, stoppte das Training abrupt. »Boni!« Großes Hallo. Handschlag hier, Umarmung da. Den Boni, raunte der Doc mir zu, hätten die Kids schon in Starnberg kennengelernt. Er habe dort alles mitgemacht: das Training, das Rudern, die Blödeleien. Er habe sogar gemeinsam mit ihnen auf den alten Turnmatten geschlafen. »Das macht von den anderen keiner mehr.«

»Nimm den, der ist besser für dich«, sagt der Doc und schleppt einen großen, weißen Plastikstuhl über den Rasen. »Ach«, antwortet Boni, »ich kann mich überall anpassen.«

Boniface N’dong und Holger Geschwindner © Alfred Weinkauf/ Sportpress Bamberg

Das Projekt N’dong beginnt 1998. Auf der Suche nach einem Sparringspartner für Dirk bekommt Hotsch den Tipp eines Scouts: Boniface N’dong, geboren 1977 in Mʼbour, Senegal, aufgewachsen in Pointe Sarène, einem Fischerdorf an der Petite-Côte. Ein Klosterschüler mit zehn Geschwistern. 2,12 m, 90 Kilo. Blockt Würfe, holt Rebounds, hat das, was man im Scout-Sprech »upside« nennt. Großes, noch ungenutztes Potenzial. Er ist 21, sein Heimatland hat er noch nie verlassen.

Wenige Wochen später sitzt Boni im Flieger. Marvin, der ihn am Frankfurter Flughafen abholt, erkennt ihn sofort. Ein Strich in Kaftan und Hochwasserhosen. Spindeldürr, aber die Arme so lang, dass er den Ball aus dem Stand in den Korb legen kann.

Heimweh habe er selten gehabt, sagt Boni. Docs Familie, Hotsch, die Jungs, seine Mitspieler in Rattelsdorf – sie alle hätten es ihm leicht gemacht. Es hilft, dass er ein Ziel vor Augen hat: Basketballprofi. Morgens trainiert er mit Hotsch, abends mit dem Team der SpVgg Rattelsdorf, damals in der Zweiten Bundesliga Süd. Seine Fortschritte sind immens. Sein Distanzwurf wird sicherer und er entwickelt ein variables Post-up Game. Nach drei Jahren in der zweiten Bundesliga fällt 2002 die Ausländerbeschränkung. In Bamberg unterschreibt Boni seinen ersten richtigen Profivertrag. Im Jahr darauf wechselt er nach Dijon und zwei weitere Jahre später tatsächlich in die NBA, zu den Los Angeles Clippers. Ein Traum, der wahr wird. Ein Schritt zu früh, sagt Boni heute. Er sei nicht bereit gewesen für dieses Level. Wen kümmert’s? In Europa will ihn danach jeder haben: St. Petersburg, Málaga, schließlich der große FC Barcelona, bei dem er drei Jahre verbringt, zwei Meisterschaften und die EuroLeague gewinnt.

Seine Karriere beendete Boni 2013. Den Job als Sportdirektor im senegalesischen Basketballverband schmiss er nach einigen Monaten wieder hin. Zu viel Mauschelei, zu wenig Fokus auf die Spieler. Es ist besonders der Nachwuchs, um den er sich kümmert. 2013 hat er in Pointe Sarène ein Basketballfeld gebaut. Er hatte genug von den provisorischen Körben, die an Laternenpfählen oder Hauswänden hingen. Auf dem »Court Joseph N’dong«, benannt nach seinem Vater, trainieren jeden Tag über 100 Spieler aller Altersklassen. Die Camps, die Boni im Sommer veranstaltet, sind immer ausgebucht. Hotsch sei schon zwei Mal dabei gewesen. »Eine große Ehre für mich.«

Mittlerweile lebt Boni mit seiner Familie wieder in seiner Wahlheimat Málaga. Wenige Wochen nach unserem Gespräch hat er dort einen Vertrag als Assistenztrainer des Profiteams unterschrieben. Sein Job ist die Spielerausbildung, aber sein Ziel ist größer: eine Basketballschule, in der junge Spieler sportlich und akademisch gefördert werden. Auch für die Talente aus Pointe Sarène biete das eine Perspektive.

Der Grund, warum Robert Garrett Kitesurflehrer geworden ist: Sein erster Lehrer war so schlecht, dass er glaubte, jemand müsse es doch besser machen können. Einen Schlachtplan entwickeln, logistisch denken. »Wie kriegst du 50 Schüler pro Woche ins Revier? Und wie schulst du sie, dass du in sieben Tagen maximalen Erfolg hast?«

Einmal habe er im Bodden gestanden und die Anfänger beobachtet: ihre Lenkfehler und wie der Kite sie danach durch die Gegend gehauen hab. Am Abend habe er sich hingesetzt, nachgedacht und dann die Leinen umgenäht. Eine nach der anderen. Halbe Leine, halbe Kraft. Weniger Fehler, schnellere Fortschritte. War im Grunde gar nicht schwer.

Das wahre Ziel des Lehrens, so kann man Robert Duke verstehen, ist nicht die Lösung von Gleichungen, sondern die Vermittlung des Wissens über die Lösung von Gleichungen, um dann mit diesem Wissen Probleme zu lösen, denen man vorher noch nie begegnet ist.

Der Doc hat recht: Es kann schon eine Weile dauern, bis man versteht, wie das alles Sinn ergibt.

___ von Johannes Herber.

Titelbild © Camera4